Im Jahr 1823 gab es einen ersten Versuch, eine Schule in Stein
einzurichten. Leider schlug dieses Vorhaben fehl, da weder ein geeignetes
Gebäude zur Verfügung stand, noch ein lebhafter Wunsch der damaligen
Bevölkerung nach Schule bestand!
10 Jahre später wurde aufgrund der Überfüllung der Oberweihersbucher
Schule die Einrichtung einer Steiner Schule erneut beantragt - u.a. wegen
in schulischer Hinsicht sehr danieder liegender Zu- stände. Im Antrag zur
Einrichtung einer Schule wurde festgehalten: "Die dortige Jugend der
ohne- dies großenteils moralisch sehr niedrig stehenden Fabrikarbeiter
verwildert immer mehr, die Schulversäumnisse mehren sich und arten
ungeachtet der verfügten Strafen sogar in eine Art Widersetzlichkeit
aus."
4 Jahre später, am 06.02.1837 genehmigte schließlich die Regierung
die Errichtung der Schule in Stein. Der Schulunterricht wurde zunächst in
Noträumen in der Alten Kirchstraße 5 durchgeführt, bis schließlich
1859 mit Hilfe großzügiger Spenden, u.a. durch Lothar von Faber, das
erste Schulhaus in der Hauptstr. 26 errichtet werden konnte.
Bald schon reichte das Schulgebäude für die rasch wachsende
Kinderzahl nicht mehr aus, so dass die Errichtung eines neuen Schulhauses
1884 (Rathausstraße 6) nötig wurde. Dieses wurde am 01. Oktober selbigen
Jahres seiner Bestimmung übergeben.
Ab Herbst des Jahres 1920 diente das ehemalige Distriktswaisenhaus
(gebaut:1891/1893), im 1. Weltkrieg als Lazarett genutzt, als Schule. 1955
wurde das Schulhaus in der Mühlstraße 29 durch einen Erweiterungsbau der
gesteigerten Schülerzahl angepasst.
Im Jahr 1967 wurde aufgrund des starken Bevölkerungswachstums der Bau
einer neuen Volksschule am Neuwerker Weg beschlossen. 1973 war das gesamte
Bauvorhaben abgeschlossen und entsprechend den neuen Bestimmungen wurde
eine Aufteilung in Grund- und Hauptschule vollzogen.
Entnommen aus: Gerhard Hirschmann: Stein vom Industrieort zur
Stadt, Lorenz Spindler Verlag, Nürnberg 1991